Ur-Roggen

Dieses uralte und ursprüngliche europäische1 Getreide ist schon sehr selten geworden.

Wissenschaftlicher Name und Synonyme: Secale multicaule. Es wird auch Wildroggen genannt, Wildkorn, Johannisroggen, Johan­neskorn, Staudenroggen, Wald­staudekorn, Waldstaudenroggen, Waldstaudenkorn etc.

Als sehr altes Getreide wird er auch als Ur-Roggen bezeichnet

Nutzung: Eine der Besonderheiten dieses Roggens ist die überlie­ferte Anbaumethode. Ur-Roggen wird um Johannes (24. Juni) an­gebaut. Im Herbst wird das Grün gemäht und ge­mulcht oder ver­füttert. Die Pflanzen treiben neu aus und überwin­tern. Im zweiten Jahr wird der Wildroggen geerntet. Man kann es aber auch als Wintergetreide erst im Herbst säen und im nächsten Jahr ern­ten. Alternativ kann es aber auch das ganze Jahr über als Grün­pflanze genutzt, z.B. be­weidet werden, wobei der Boden eine star­ke Ver­besserung und na­türliche Düngung erhält und wird erst im darauf­folgenden Jahr beerntet. Schon aus diesem Grund sollte die­ses Getreide wieder stärker bekannt wer­den. Es ermög­licht jahrtausendealte traditionelle und natür­liche Bewirtschaftungsformen. Dabei braucht der Ur-Roggen weder Kunstdünger noch Pflanzen­schutzmittel - im Gegenteil, düngen wür­de ihn anfällig für Schäden machen!

Ur-Roggen hat ein kleineres Korn als hochgezüchtetes Getreide und lässt sich sehr gut mahlen.

Er ist gutes Brotgetreide, man schließt ihn mit traditionellem Natur-Sauerteig auf. Auch läßt er sich gut mit Dinkel, Em­mer oder anderen Weizenarten mischen und gibt ein besonders bekömmliches gesundes Brot! Das Brot aus Ur-Roggen wird wesentlich dunkler und kräftiger. Und das ganz ohne Färbung mit Malzzucker, wie das bei so vielen "Schwarz"-broten heute üblich ist. Nach allgemeiner Überzeugung ist Ur-Roggen reich­haltiger an Vitaminen und Mineralstoffen. Dies lässt sich aber mangels Untersuchun­gen derzeit noch nicht belegen.

Die Verarbeitung des Ur-Roggens ist gleich wie bei konventionellem Roggenmehl, durch den hohen Klebereiweißanteil klebt es aber leichter und gibt ein besonders eiweißreiches Brot!

Aber es zahlt sich aus, das Brot schmeckt ausge­zeichnet. Aus Ur-Roggen läßt sich auch ganz wunderbarer Lebkuchen machen. Und viele weitere köstliche Brot- und Backwaren! Nahe­zu ein Muss für Vegetarier und Veganer – und für Genießer.



Zur Bezeichnung Korn oder Roggen? In unseren Breiten ist der Roggen ursprünglich (bis vor we­nigen Jahrzehnten) das Hauptgetreide gewesen. Weizen gab es als importierte Spezies nur in kli­matisch begünstigten Gebieten und deshalb hieß der Roggen auch landläufig einfach nur „Korn“. Eine Parallele dazu zeigt sich übrigens in den amerikanischen Siedlungsgebieten, wo das dort heimische Hauptgetreide, der Mais, auch einfach nur Korn (corn) heißt. Nun werden aber neuerdings auch verschiedene Weizenformen missverständlich als „Korn“ bezeichnet, etwas zweifelhaft sogar als Ur-Korn. Um Ver­wechslungen zu vermeiden wird dieses Urkorn daher besser Ur-Roggen genannt. Oder Johannisroggen, Staudenroggen usw.



Bezugsquellen: Bio Ur-Roggen Demeter, Packung zu ½ kg, 500 g
Naturprodukte für's Leben www.roth-pharma.at Tel: 07662-29207
Naturprodukte vom Rothenhof, E-Mail: BHR@gmx.at






1Jens Lüning in „Steinzeitliche Bauern in Deutschland - Landwirtschaft im Neolithikum.“ er­wähnt schon in der Bandkeramikzeit einige Spuren davon. Das war vor etwa 7.500 Jahren.